6. Salon: Im Phil, Sophie & Co-Atelier. Wir blicken zurück.

Ziel des Salons:

Da die Kinder in den letzten zwei Salons sehr viele neue Informationen bekommen und neue bildkünstlerische Techniken gelernt haben, möchten wir uns heute Zeit für ihre Wahrnehmungen und Erinnerungen nehmen und das Gelernte vertiefen.

Ablauf des Salons:

Wir starten unseren Salon mit unserem Begrüßungsritual „Wir sind ein starkes Team!“ Zum ersten Mal benutzen alle Kinder die Langform der Begrüßung in verschiedenen Sprachen. Chinesisch, Englisch und Italienisch werden favorisiert. Ein eher zurückhaltendes Mädchen ergänzt den serbisch bzw. kroatischen Gruß „Dobar dan“. Sie hatte bisher nicht erzählt, dass Ihre Mutter die Sprache spricht. Wir freuen uns!

In der Mitte des Kissenkreises liegen heute noch einmal die Bücher zum Affenkönig und die „Hexe Lilli“ in elf Sprachen. Weil wir von den letzten zwei Salons noch so viele Ideen und Bilder im Kopf haben, machen wir einen Ateliertag, erklären wir den Kindern. Auf die Frage, was man denn in einem Atelier (den Begriff erklären wir) macht, antworten die Kinder ohne Anstrengung: malen, zeichnen, kleben, schneiden, reißen und falten. Wir ergänzen, dass man als Künstler ja zuerst nachdenken müsse, was man machen möchte und fragen: „Was ist Euch vom Affenkönig und der Hexe Lilli in Erinnerung geblieben? Was ist Euch wichtig? Was möchtet ihr noch wissen? Unser Junge ist nicht zu bremsen. In allen Details und mit Differenzierungen zwischen den Bildern in den verschiedenen Büchern gibt er die Geschichte wieder. „Und weil der Affenkönig übermütig war, wurde er 500 Jahre unter einem riesigen Berg eingesperrt“, schließt er. „Ja, 500 Jahre!“, unterstützt ihn ein Mädchen. Ein anderes: „Ich fand toll, als er unter Wasser war und den Zauberstab geholt hat.“ Wir sind überrascht, wie genau sich die Kinder erinnern, da sie während des Erzählens doch recht ungeduldig wirkten. Wir fragen, wie der Affenkönig denn wieder frei gekommen wäre? Unser Junge mit leuchtenden Augen: „Er hat versprochen, dass er sich bessert und dann hat er den Mönch auf der Reise beschützt und gegen die Bösen gekämpft.“ Wir ergänzen, dass ihn die Göttin der Gnade befreit hätte und der Mönch Tripitaka hieß. Dann wiederholen wir die Bedeutung der buddhistischen Sutren.

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Wir schauen uns noch einmal die „Hexe Lilli“–Bücher an, die uns Birgit Rieger ausgeliehen hat. „Das Buch heißt gar nicht ‚Hexe Lilli‘!“, protestiert ein Mädchen. „Das auch nicht!“, ruft ein anderes. Sie ziehen die einzelnen Buchstaben zusammen: „Kika“ (spanisch), „Tina“ (katalanisch) und „Martina“ (italienisch) lesen sie vor. Wir ergänzen die Länder. Die Kinder unterhalten sich darüber, welchen Namen sie besser finden. Unser Junge legt die asiatischen und die israelische Ausgaben zusammen: „Die kann man gar nicht lesen!“, stellt er fest und zeigt dann auf die chinesische: „Das ist Chinesisch, wie beim Affenkönig!“, sagt er stolz. Dann vergleichen sie die Abbildungen (groß-klein, schwarzweiß-bunt), die Schriftästhetik, Schriftmenge pro Seite und die Papierhaptik (rau-glatt). Wir staunen über die wissenschaftliche Herangehensweise der Kinder. Dann wiederholen wir zusammen die Arbeitsschritte von Birgit Rieger. Empörungsrufe eines Mädchens: „Birgit heißt doch ‚bienenfleißigen Birgit‘“! Wir lachen und geben ihr Recht. Die Kinder können sich genau erinnern. Wir erklären, dass wir die Technik des Kopierens heute mit Blaupausen- und Butterbrotpapier ausprobieren wollen und wechseln an die Mal- und Basteltische. Bis auf zwei Kinder sind alle nach einmaligem Vormachen ins Zeichnen vertieft. Stille Geschäftigkeit kehrt ein. Einige entscheiden sich für „Hexe Lilli“-Vorlagen, die sie abwandeln, einige pausen eigene Bilder durch. Ein Mädchen: „Zuhause habe ich alle Bilder aus meinem „Hexe Lilli“-Buch durchgepaust!“ Sie tauscht die Hexe auf dem Rücken eines Seepferdchens gegen eine Meerjungfrau aus. Ein anderes Kind schneidet ihre Hexe aus und klebt sie auf ihr Tagebuch. Völlig überrascht stellt ein Kind fest, dass all die Farben, mit denen sie auf die Blaupause gemalt hat, weg bzw. blau sind. Kurzerhand koloriert sie die Herz-Zeichnung nach und ist zufrieden.

Unser Junge und ein Mädchen wollen nicht malen und sich lieber die chinesisch-sprachigen Affenkönig-Comics anschauen. Sie sitzen auf dem Sofa und erzählen sich gegenseitig, was sie auf den Bildern sehen. Nach einiger Zeit schlagen wir vor, dass sie den Namen des Affenkönigs ja in chinesischen Schriftzeichen in ihre Phil. Sophie & Co-Bücher schreiben könnten. Sie zögern zweifelnd und stimmen dann doch zu. Strich für Strich machen wir es vor und sie nach. Aus dem „Das kann ich nicht!“ unseres Jungen werden goldene Schriftzeichen. Nahezu zwei Stunden dauert unser Salon heute. Ein Mädchen, das wir in den Hort zurückbringen, erzählt in Gedanken versunken: „Manchmal ist die Zeit langweilig. Beim Philosophieren ist die Zeit immer zu kurz.“  Wir stimmen zu, erklären, dass es das schöne Wort „kurzweilig“ gäbe, was aber selten jemand benutzt. Ihr gefällt das Wort und sie wiederholt es genießerisch.

Resümee:

Die Atelier-Salons – im letzten Schulhalbjahr nannten wir sie Werkstatt-Salons – erweisen sind als wichtige Reflexionspausen für die Kinder und uns. Mittlerweile sind unsere kleinen Philosophinnen und unser kleiner Philosoph so eigenständig in ihrem Forscherdrang, dass wir zu ihren Assistenten werden. Jeder neue Begriff wird umgehend erfragt! Dass sich Menschen wie die Künstlerin Claudia Rößger, der Philosoph Hans Feger und die Illustratorin Birgit Rieger für sie interessieren, stärkt ihr Selbstvertrauen. Unser Wunsch, mit dieser Kindergruppe auch im nächsten Schuljahr weiterzuarbeiten – und, wenn finanzierbar – eine zweite Gruppe für die Kinder auf der Warteliste zu eröffnen, erscheint mit jedem Salon sinnvoller. ‚Bildungsferne‘ würde für sie alle ein Wort, das nichts mit ihnen zu tun hätte.

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4. Salon: Ni hao ma? Wir reisen mit den Augen und den Ohren nach China und lernen den Affenkönig Sun Wukong kennen.

Die Geschichte vom Affenkönig

Die Geschichte vom Affenkönig

Ziele des Salons:

Ein fernes Land wie China rückt sinnlich näher. Die Neugierde auf eine fremde Kultur wird geweckt.

● Horizonterweiterung: Wir hören die Geschichte des Affenkönigs Sun Wukong, die alle Kinder in China kennen.

● Durch die Betonung des gemeinsamen Wunsches sich zu verwandeln, entsteht eine empathische Beziehung zu Kindern in einem fernen Land.

Heute ist alles anders. Denn: Wir wollen mit allen Sinnen nach China reisen! Beim Abholen im Hort antwortet ein Mädchen auf unsere thematische Ankündigung „Ich kann nicht mit nach China, ich werde um drei Uhr abgeholt.“ Wir erinnern, dass wir schon einmal mit den Augen und den Ohren am Meer waren (20. Dezember 2011) und heute wieder so eine Phantasiereise machen. Sie ist beruhigt.

Traditionelle chinesiche Musik (Hu-Qin) erfüllt den Raum. In der Mitte des Kissenkreises liegen verschiedene Bilder und Gegenstände aus China: ein seidiges, rotes Tuch mit goldenen Drachen, eine Teedose mit Schriftzeichen, Drachen-Pantöffelchen, ein Sprachführer, der die Darsteller einer Peking Oper zeigt, ein traditionelles Landschaftsbild in Tuschetechnik, aber auch Postkarten mit Bildern verschiedener Wohnungen in Schanghai (Fotoserie Hu Yang, „Shanghai Living“, 2005) und eines chinesischen Bergmanns. Die Kinder hocken sich davor, nehmen einzelne Dinge in die Hände und benennen sie oder stellen Fragen. Wir lassen alles im Kreis herumgehen. Keiner will etwas verpassen! Die Drachen-Pantöffelchen werden befühlt und bewundert. Ein Mädchen kennt den Namen dieser Drachen:

„Mein Papa sagt, die heißen Long Gui-Drachen.“ Unser Junge ergänzt: „Solche Drachen tragen die Leute auf Stöckern und dann tanzen sie damit.“ Wir fragen, ob er das beim Karneval der Kulturen gesehen hat. Er nickt begeistert. Ein anderes Mädchen schließt gleich an: „Ja, und manchmal sind die auch in den Drachen drin.“ Auch die Postkarte, die eine chinesische Familie zeigt, wird ausführlich kommentiert:„Die Familie hat vier Kinder und nur ein Zimmer“, startet ein Mädchen. Über ihre Schulter guckend, ruft ein Kind, das selbst vier Geschwister hat: „Ist das Baby süß! Die Mama ist ganz lieb zu dem Baby. Ich finde, das sieht gemütlich aus.“ Wir erzählen, dass die meisten Familien in China auch nur ein Kind oder zwei Kinder haben, wie in Deutschland. Ein Mädchen wundert sich über die Peking-Oper-Bemalung auf dem Sprachführer. Wir erklären, dass man an der Bemalung erkennt, ob ein Mensch in dem Theaterstück böse oder gut ist. Gleich mehrere Kinder sind sich einig: „Die Leute auf dem Buch sind gut.“ Wir halten uns heute ansonsten mit Erklärungen zurück und weisen lediglich auf Details hin, wie zum Beispiel auf das Tuschebild: „Schaut mal, das hat ein chinesischer Künstler mit Tusche gemalt, wie ihr.“

Um China auch zu schmecken, verteilen wir chinesische shānzhā -Bonbons und erzählen, dass die Früchte wie kleine Äpfelchen aussehen. Dann starten wir die Geschichte vom Affenkönig Sun Wukong, der sich in 72 Gestalten verwandeln kann. Wir betonen: „Jedes Kind in China kennt die Geschichte!“ Insbesondere unser Junge fühlt sich schnell in die fantastische Figur ein. „Wenn es brennt, verwandelt er sich in Wasser!“, eilt er der Erzählung voraus. Dann ruft er: „Mein Bruder heißt auch Sun Wukong. Mit meiner Mutter war ich schon in China!“ Um die Sphäre der Phantasie als solche zu konturieren, antworten wir: „Das ist eine tolle Idee!“ Wir erklären, dass der Affenkönig zusammen mit dem Mönch Xuanzang (Spitzname Tripitaka) nach Indien reist, um von dort sehr wichtige Bücher nach China zu holen. In den Büchern stände, was die Menschen tun müssten, um ein gutes Leben zu führen. In Indien würden viele Menschen glauben, dass man ansonsten zur Strafe nach dem Tod wiedergeboren würde, um sich zu bessern. Die Kinder wirken nicht sonderlich erstaunt. Ein Mädchen kommentiert: „Und bei uns glauben viele, dass man sonst in die Hölle kommt.“

Wir breiten nun verschiedene Abbildungen des Affenkönigs aus, so dass sich jedes Kind eine davon für sein Phil, Sophie & Co-Buch aussuchen kann. Manchen Kindern fällt die Entscheidung schwer. Bemerkenswert ist, dass kaum ein Kind den kämpfenden Affenkönig wählt. Sun Wukong fliegend, mit prächtigem Gewand oder unter Wasser mit Zauberstab sind die Favoriten. Wir schlagen vor, dass sich die Kinder noch einmal in ihrer Faschingsgestalt oder in einer anderen Verwandlung zum Affenkönig gesellen könnten. Das Mädchen, das im letzten  Salon sehr mit der Transparentpapier-Reißtechnik gerungen hat, möchte heute auch ihren fliegenden Affenkönig ausreißen und den Himmel tuschen. Wir freuen uns! Unser Junge, der noch vor einigen Wochen behauptete, keine Welle drucken zu können (20. Dezember 2011), startet mit einer detaillierten Zeichnung eines Piraten, der mit dem Affenkönig kämpft: „Ich bin der Pirat“, kommentiert er. Zuvor überlegt er, wie viel Platz er für die ausgewählte Abbildung braucht. Dann bekommt die Szene einen Rahmen, der farblich mit dem Bild im Zentrum korrespondiert. Sichtlich in die aufgeklebte Abbildung vertieft, fragt er uns: „Wie haben die das Bild denn gemalt?“, und zeigt auf die Craquele-Technik. Wir sagen ihm, dass wir das auch nicht genau wüssten, weil es nicht in dem Buch stände, aus dem das Bild stammt und beschreiben unsere Vermutungen. Er grübelt: „Das sieht aus, als wären das alles Risse.“ Wir stimmen ihm zu.

Die ersten Eltern kommen, um ihre Kinder abzuholen. Einige lassen sich unsere China-Requisiten von den Kindern zeigen. Ein Mädchen fragt uns lächelnd: „Ratet mal, was ich gemalt habe?“ Wir sehen eine rote, mit Filz- und Glitzerstift ausgefüllte Fläche. Einige Formen scheinen in die Fläche eingearbeitet zu sein. Wir fragen, wie beim Scharadespiel, ob es ein Mensch oder Tier sei, ob man es essen oder trinken könnte usw. Sie ist sichtlich amüsiert. „Das ist ein Koffer!“, triumphiert sie. „Und damit reise ich mit Mama und Papa nach China!“ Wir gratulieren zu der Idee: „Da werden sich die Menschen in China aber freuen. Rot ist in China eine sehr beliebte Farbe.“ Sie zeigt das Bild der Mutter und verabschiedet sich.

Resümee:

Die Kinder haben mit großer Begeisterung das ‚China-Stilleben‘ erkundet und sich empathisch – insbesondere beim Foto einer chinesischen Familie – in das Leben der Menschen dort eingefühlt. Durch den eigenen Wunsch sich zu verwandeln (vgl. vorhergehenden Salon zu Fasching) war den Kindern die Geschichte des Affenkönigs nicht fremd. Auf den Läuterungsprozess von Sun Wukong vom übermütigen zum verantwortungsvollen Wesen, würden wir gerne in einem Salon zur moralphilosophische Frage nach einem ‚guten Leben‘ zurückkommen. Über eine den Kindern gemäße Vermittlungsform werden wir nachdenken. Die Geschwindigkeit, mit der die Kinder in ihrem bildnerischen Ausdruck an Sicherheit gewinnen, freute uns auch in diesem Salon.

5. Salon: Bilder erfinden ist keine Zauberei: Die „Hexe-Lilli“-Illustratorin Birgit Rieger zu Besuch bei Phil, Sophie und Co

Ziele des Salons:

  • Horizonterweiterung: Fragend und beobachtend erfahren die Kinder, wer die Bilder in ihren Büchern erfindet und wie sie visualisiert werden.
  • Wissensvertiefung: Wir erinnern an die Reproduktionstechnik von Büchern, wie wir sie beim Besuch des Philosophen Hans Feger besprochen haben.
  • Interkulturelles Wissen: Das gleiche Buch gibt es in vielen Sprachen!
  • Indem die Kinder eigene Hexe-Lilli-Kreationen schaffen und diese von der Erfinderin der Buch-Hexe gewürdigt werden, wird ihr Mut zur „eigenen (visuellen) Stimme“ gestärkt.

Hexe Lilli in verschiedenen Sprachen

Ablauf des Salons:

Birgit Rieger sitzt neben unserer Fragenlandkarte im Kissenkreis, als die Kinder nach und nach eintreffen. Alle gruppieren sich neugierig in ihrer Nähe. Als wir fragen, ob sie denn wüssten, wer heute bei uns ist, stimmen sie zu. Ein Mädchen: „Sie hat die Hexe Lilli-Geschichten geschrieben!“ Birgit Rieger erklärt die Arbeitsteilung zwischen Autor und Zeichnerin. „Was ist Zeichnen?“, fragt ein Kind und eröffnet damit die gewohnte Gesprächssituation. Die Differenzierung zwischen Zeichnen und Malen leuchtet den Kindern ein. Bereits zum wiederholten Male hat ein Mädchen ihr eignes Hexe Lilli-Buch dabei. Verlegen schmiegt sie sich an eine von uns und versteckt das Buch. Als wir Birgit Rieger erzählen, wie sehr sich das Kind auf ihren Besuch gefreut hat und auf das Buch verweisen, ist das Eis gebrochen. Den ganzen Salon über weicht das Mädchen nicht mehr von der Seite der Bild-Zauberin!

Wir schlagen vor, Birgit Rieger mit unserem Begrüßungsritual „Wir sind ein starkes Team!“ Willkommen zu heißen. Alle stimmen zu. Unser Junge, der heute bereits zu Anfang des Salons seine Müdigkeit bekundete und hinter dem Sofa verschwand, streckt den Kopf hervor und macht von dort aus mit. Wir nutzen die Gelegenheit, der Gruppe noch einmal das Mädchen vorzustellen, das seit letzter Woche an unseren Salons teilnimmt. Unsere Runde wird also heute um die „klare Clara“ und die „bienenfleißige Birgit“ erweitert. Ein Mädchen reckt den Finger in die Höhe: „Ich möchte etwas erzählen!“ Stolz sagt sie in die Aufmerksamkeit der Gruppe: „Ich hab‘ meinen Papa gefragt: Auf Arabisch heißt ‚Guten Tag‘ ‚Marhaba‘ und auf Türkisch ‚Merhaba‘“ (siehe Salonbericht vom 21. Februar 2012). Wir zeigen unsere Freude über die mitgebrachte Antwort, wiederholen die Worte und integrieren sie in unser Spiel.

Am Anfang eines Bildes steht das weiße Papier

Birgit Rieger legt Hexe Lilli-Bücher in verschiedenen Sprachen in die Mitte des Kissenkreises. Die Kinder sprühen vor Begeisterung und vergleichen die Schriften. „Was sind denn das für Würmchen?“, fragt ein Kind und deutet auf die arabische Schrift. Unser Mädchen mit arabischem Familienhintergrund klärt uns auf. Nun liest das Kind mit türkischem Familienhintergrund aus der türkischen Buchversion vor. Zuvor hatte sie immer wieder betont, dass sie kein Türkisch könne (vgl. Salonbericht 21. Februar 2012)! Sie beobachtet die Reaktion der anderen. Birgit Rieger beglückwünscht sie dazu, zwei Sprachen zu kennen. Wir freuen uns über diese zufällige Unterstützung unserer Arbeit. Unser Junge sitzt nun auf dem Sofa und vergleicht die japanische und die chinesische Schrift. „Wie bei den Affenkönig-Comics!“, stellt er fest und fragt, ob wir die Box mit den chinesischen Heftchen wieder dabei hätten. Wir vertrösten ihn auf den nächsten Salon. „Wie hast du die Bücher gemacht?“, fragt das Mädchen mit dem eigenen Hexe-Lilli-Buch und deutet auf den Umschlag mit einer 3D-Folie. Birgit Rieger erklärt die Arbeitsteilung. „Und wie kommen denn dann deine Bilder da rein?“, fragt das Mädchen gleich weiter. Wir erinnern an Humboldts Kosmos-Buch und was uns der Philosoph Hans Feger über das Kopieren von Schrift und Bild erzählt hat.

Das Fenster ist unser Leuchttisch

Das Stichwort zur ‚Bild-Zauberei‘ ist gefallen. Birgit Rieger holt Papier und Stifte hervor und zeigt den Kindern, wie aus dem Nichts des weißen Papiers eine Hexe Lilli wird und wie sich der „Prototyp“ – das Wort wird erklärt! –  in die verschiedenen Gestalten verwandelt. Die Kinder wollen es nach kürzester Zeit selbst ausprobieren. “Layout-Papier“ wird verteilt. Das Wort wird bedächtig nachgesprochen. Und schon sind die Kinder an den Arbeitstischen. Da wir keinen „Lichttisch“ haben, nutzen einige Kinder die Fenster, um Konturen durchzupausen. Birgit Rieger hilft. Die meisten Kinder entscheiden sich, ihre eigene Hexe Lilli zu kreieren. Zaubertricks, andere Frisuren, ein Zauberhut und vieles mehr werden erfunden. Ein Mädchen zeigt Birgit Rieger ihre Bilderfindung. Beide besprechen Details wie z. B. die Hautfarbe. „Das ist der glücklichste Tag in meinem Leben!“, verkündet das Kind mit rührender Inbrunst.

Gegen Ende der Zeit verteilt Birgit Rieger den kleinen Flugdrachen Hektor aus „Hexe Lilli“ zum Ausschneiden. Das Kind, das sich beim letzten Mal einen Koffer für die eigene China-Reise gemalt hat, zaubert ihrem Drachen gleich zwei davon. „Dann kann der Drache Hektor die Drachen in China besuchen!“, kommentiert sie. Aus einer Stunde werden wieder einmal zwei und die Eltern treffen nach und nach ein. Ein Mädchen reagiert nicht auf die freundliche Ansprache des Vaters: „Hallo, ich bin Dein Vater!“ ruft er sichtlich amüsiert und schaut auf sein lesendes Kind. Ihr Blick macht klar, dass sie erst wieder auftauchen muss aus ihrer Hexe Lilli-Welt.

Resümee:

Philosophieren mit Erstklässlern ist eine sinnliche Reise, die jedes Kind mitnimmt, so wie es im jeweiligen Moment ist –  euphorisch, besonnen, übermutig, müde, lustig, traurig oder auch mal verzweifelt. Dieses Fazit legen uns die Kinder auch in diesem Salon nahe. Sie lernen mit Begeisterung und zunehmender Geduld. Neue Geschichten und Begriffe haben einen Zauber für sie. Neue Materialien werden zur Inspiration ihrer Vorstellungskraft.

Ich erfinde meine eigene Hexe Lilli

Birgit Rieger beglückwünscht uns zu unserer Arbeit: „Hier ist ja jedes Kind eine ganz eigene Persönlichkeit!“ Wir fühlen uns bestätigt. Wir möchten die Kinder in ihrem Selbstvertrauen, ihrer Entscheidungs- und Kritikfähigkeit stärken. Eine eigene Bildwelt (die eigene Hexe Lilli!) soll sie vor blinder Bewunderung gegenüber medial vermittelten Bildwelten schützen. Was unser Pilotprojekt aber auch zeigt, ist, dass ein Philosophieren mit Erstklässlern nur sehr schwer in ein 45-Minuten-Format passt. Als AG am Nachmittag wiederum ist die Erschöpfung der Kinder ein nicht zu leugnender Faktor. Indem wir jedem Kind zugestehen, sich zeitweilig zurückzuziehen, fällt ihnen die Entscheidung, jeden Dienstag zu uns zu kommen, leicht. Der Begriff des Salons suggeriert diesen individuellen Gestaltungsfreiraum.

3. Salon: Helau! Heute bin ich, wer ich sein will!

Ziel des Salons:

  • Stärkung des interkulturellen Interesses durch unser erweitertes Begrüßungsritual “Wir sind ein starkes Team!“
  • Förderung von Selbstreflexion und Empathie durch die Frage „Was verbinde ich mit der Gestalt, in die ich mich verwandelt habe und was mit der eines anderen Kindes?“
  • Förderung der Experimentierfreude durch die ungewohnte Bildästhetik des Collagierens mit gerissenem Transparentpapier.

 

Ablauf des Salons:

Wir erweitern unser Spiel „Wir sind ein starkes Team!“ durch die Anregung, ein Begrüßungswort in einer anderen Sprache hinzuzufügen. Hello, Ciao, Salut und Ni hao sind die ersten Vorschläge. Ein Mädchen überlegt, was „Hallo“ auf Arabisch heißt. „Wenn die Männer oder Frauen sich begrüßen, sagen die immer so was, aber ich hör‘ da nicht zu.“ Wir schlagen vor, dass sie vielleicht doch mal genau hinhört. Sie stimmt freudig zu und versinkt ins Grübeln. Ein anderes Kind wirft ein: „Meine Oma kommt aus Kroatien. Die ruf ich an und frag mal, was da „Hallo“ heißt. Ihre Vorrednerin hüpft auf dem Kissen: „Jetzt weiß ich´s, die sagen ‚Marhaba‘.“ Wir fragen, ob das türkische ‚Hallo‘ nicht ähnlich klingt? Das Mädchen mit türkischem Familienhintergrund zückt die Schultern. Das arabischstämmige Mädchen ist euphorisch: „Mein Papa ist ganz oft in der Türkei, der kann ganz toll Türkisch!“

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In der nächsten Runde erzählt jedes Kind von seinem Kostüm. Die himmlische Heima ist heute Schneekönigin. „Das hab ich auf einem Gauklermarkt gesehen. Die war so schön.“ Die durstige Dragana ist Cowgirl mit allem was dazugehört, kann aber nicht sagen warum. Wir machen Vorschläge. Nein, reiten möchte sie nicht, auf Menschen schießen auch nicht. Wichtiger ist ihr der glänzende Stern und der coole Gang. Die lustige Luna ist gelbglänzende Löwin: „Ich spiel‘ immer Löwe, jetzt wollte ich da mal reinschlüpfen.“ Die lachende Lulu ist „Bäuerin“: „Ich war in der Schule und meine Mama hat das Kleid gekauft. Jetzt bin ich Bäuerin, weil ich gerne baue.“ Sie zeigt auf die teuflische Theresa und sagt: „Und jetzt will ich Dich neu bauen!“ Sie lacht. Als wir ergänzen, dass Bäuerinnen ja auch auf einem Bauernhof leben usw. interessiert sie das nicht sonderlich.

Am Mal- und Basteltisch merkt man den Kindern die Erschöpfung vom vormittäglichen Feiern an. Die Löwin will ganz genau ihr Kostüm rekonstruieren und verzweifelt mehrfach. Wir erinnern an die Künstlerin Claudia Rößger, die uns erzählt hat, wie sie um ihre Bilder ringt und muntern sie immer wieder auf. Am Ende ist sie stolz auf ihr Bild. Zwei Kinder nehmen die Anregung, eine Collage aus gerissenem Transparentpapier zu kleben mehr oder weniger auf und integrieren die Technik in ihre Bilder. Das Cowgirl malt ihren Kopffüssler mit größter Sorgfalt. Dann schneidet sie – mit etwas Hilfe-  rotes Transparentpapier in Stückchen und klebt sie über die Figur: „Fertig!“ Ihr rotkariertes Hemd und die Roten Bordüren ihrer Weste machen alle Fragen überflüssig. Unsere Bäuerin, die eine begeisterte Malerin ist, schluchzt bei dem Versuch sich selbst aus gerissenen Transparentpapier-Stückchen darzustellen: „Die Haare sind doof. Der Kopf ist zu klein und die Beine zu dick!“ Sie ist am Ende ihrer Kräfte. Auch Zureden hilft nicht. Das Weinen wird heftiger. „Nein“, pausieren will sie nicht. Sie droht damit, die Seite aus ihrem Buch zu reißen oder gar das Buch wegzuwerfen, in das sie zahlreiche Bilder und die Namen ihrer Familienmitglieder gemalt und geschrieben hat. Uns kommt der Verdacht, dass es ihr schwer fällt, die ästhetische Eigenart der Reißtechnik anzunehmen. Zumeist werden Kinder für eine ‚ordentliche Optik‘ gelobt und dafür nicht über vorgezeichnete Linien zu malen. Auf diesen Aspekt wollen wir unbedingt zurückkommen. Heute ist das Kind für eine solche Auseinandersetzung viel zu erschöpft und es gilt schlicht, sie zu unterstützen. Daher erklärt sich eine von uns zur Assistentin. Millimeter für Millimeter reißen wir kleine Stückchen Papier, die sie dann selbst aufklebt. Unsere positive Beurteilung des Bildes soll ihr die Zuversicht geben, dass es so ‚richtig‘ ist. Die Zeit ist weit fortgeschritten und die meisten Kinder haben sich bereits verabschiedet. Nur die Schneekönigin gestaltet seelenruhig ein Bild nach dem anderen mit abstrakten Formen. Dann ist auch unsere Bäuerin zufrieden. Wir atmen auf.

 

Resümee:

Das Interesse der Kinder an den Herkunftssprachen ihrer Eltern und Großeltern nimmt zu. Durch das Faschingsthema haben sich die Kinder selbst und auch die anderen von einer neuen Seite kennen gelernt. Unser Angebot, sich mit einer neuen künstlerischen Technik auseinanderzusetzen hat ein Kind an die Grenzen der eigenen ästhetischen Flexibilität gebracht. Wir werden deshalb in unserem Salon „Was ist mein liebstes Bild?“ auf die Frage „Gibt es ein ‚richtig‘ oder ‚falsch‘ in meinen Bildern?“ zurückkommen.

4. Salon: Welche Farbe hat die Wut

Gleich zu Beginn unseres Salons machen die Kinder große Augen. Wut – dazu können wirklich alle etwas erzählen. Einige holen schon einmal tief Luft, manche rollen die Augen. Wut ist ein starkes Gefühl, und wir kennen es sowohl von uns selbst, als auch von anderen.

Welche Farbe hat die Wut?

„Oh Gott: Wut“, sagt ein Junge. Anscheinend sind viele gespalten, wenn es darum geht, sich über Wut Gedanken zu machen. Eigentlich sei Wut ganz okay, meinen die meisten in der Runde, und es sei auch okay, dass man die Wut rauslässt. „Man MUSS sie sogar rauslassen“, erklärt ein Mädchen, „sonst wird man sie nie wieder los“. Aber alle wissen bereits, dass es nicht immer so ganz einfach ist, mit Wut umzugehen, nicht mit der eigenen, und nicht mit der Wut von anderen Menschen.

Und wie geht das überhaupt: die Wut rauslassen? Kann man vielleicht auch zuviel davon freisetzen? Die Kinder wählen aus hundert Farbkarten, die auf dem Tisch ausliegen, ihre eigene Farbe für Wut. Viele greifen nach Rottönen, und beschreiben ihre Wut mit gängigen Sprachbildern: „Man kocht dann so innerlich“, „Es brodelt in einem“. Einige suchen sich aber auch dunklere Farben aus, ein Mädchen wählt blau: „Weil meine Wut manchmal so riesig ist, wie ein Meer“, erklärt sie. Ein Junge wählt den Farbton „Deep Forest“, ein dunkles Grün. Als ich ihm den Namen übersetze, nickt er andächtig: „Das passt. Eine Wut kann so groß und mächtig sein, dass du dich auch richtig drin verirren kannst“.

Wir lesen „Robbi regt sich auf“ von Mireille d’ Allance und Markus Weber, in der die Wut erst groß und rot ist, und immer kleiner und kleiner wird. Nach und nach erzählen die Kinder, was sie wütend macht und wie sie ihre Wut erleben. Ein Mädchen hält eine schwarze Karte hoch: „Wut ist von außen eigentlich rot“, sagt sie, „aber in mir ist dann alles ganz schwarz“.

„Das Gute an der Wut ist: sie geht vorbei“, sagt ein Junge. Nicht immer fühlt man sich dann hinterher wirklich viel besser, oft aber doch. Und wirklich: Kein Wutanfall hält ewig und insofern passt die Schlussbemerkung aus der Runde, die Wut sei „wie ein Gewitter“. Das hört ja auch irgendwann wieder auf. Manchmal sogar schneller, als man zunächst dachte.

2. Salon: Danke-Sagen macht glücklich und schafft Freunde! (Exkursion)

Ziel des Salons:

    • Stärkung des Teamgeists durch ein gemeinsames Ziel und durch die gemeinsame Erkundung eines fremden Ortes.
    • Emotionale Erfahrung: Wie fühlt es sich an, sich bei jemandem zu bedanken, den man nicht kennt?
    • Transkulturelle Erfahrung: Wie klingt „Danke-Sagen“ in anderen Sprachen, z. B. in der Heimatsprache meiner Eltern?
    • Horizonterweiterung: Wo kommen die Mal-und Bastelmaterialien her, die wir in unseren Salons benutzen? Was brauchen Künstler für ihre Arbeit?

Danke-Schön-Collage

Ablauf:

Die Kinder sind aufgeregt und sammeln sich um die Danke-Schön-Collage. Jeder sucht seinen Beitrag. Die beiden Mädchen, die gefehlt haben, tragen ihre Namen ein. Während wir noch auf zwei Kinder warten, wiederholen wir das Spiel „Wir sind ein starkes Team!“. Alle können sich an ihre Namen und die der anderen erinnern! Vor dem Einsteigen in die Taxis, ziehen sich die Kinder einen Zettel, der entweder eine „Marzipankleber“-Dosen zeigt oder einen Stift. Demensprechend gibt es das „Stifte-Taxi“ und das „Kleber-Taxi“.

In dem Stifte-Taxi zeigen sich die Kinder gegenseitig, wo sie wohnen und wiederholen „Danke Schön“ in verschiedenen Sprachen. Als wir das „r“ von „Schukran“ nicht ausreichend rollen, werden wir von einem Mädchen freudig korrigiert. Im „Kleber-Taxi“ reden die Kinder euphorisch durcheinander. Wir machen ein Spiel, das die Aufmerksamkeit füreinander schärft. Die Kinder zählen nacheinander von 1 bis 7. Die Herausforderung dabei ist, dass es keine festgelegte Reihenfolge gibt. Wenn ein Kind also die nächste anstehende Zahl nennen möchte, muss es darauf achten, dass es nicht gleichzeitig mit jemandem spricht. Die Kinder sind konzentriert und bester Stimmung. Sie erkennen, dass sie dem Gegenüber durch ihre Gestik und durch Blickkontakt Signale senden können.

Am Ziel angekommen machen wir ein Gruppenfoto. Als der Absender des Pakets die Kinder begrüßt und sich die Collage anschaut, gesellen sich alle zu ihm und erklären ihm die Bilder, nennen ihre Namen und wiederholen „Danke Schön!“ in verschiedenen Sprachen: Schukran,Teşekkür, Thank you, Merci, Grazie und Xiexie. Zur „Schule von Athen“ und zum „Salon der Madame Geoffrin“ sagt ein Mädchen mit dem Finger darauf zeigend: „Das ist schon ganz lange her, das nicht ganz so lange und heute sind wir die Philosophen.“

Murmelbahn

Nachdem wir die Kugelbahn und das im Geschäft hängende Relief von Berlin angeschaut und unsere Schule darauf gefunden haben, begibt sich die „Kleber-Gruppe“ auf die Suche nach den entsprechenden Dosen, die „Stifte-Gruppe“, sucht Stifte, die sie aus unserem Salon kennt. Auf den Wegen durch das Geschäft bilden sich Kleingruppen, die staunend und  betastend bei Pinseln, verschiedenen Papiersorten und Styroporformen stehen bleiben. Einige haben konkrete Ideen, was sie gerne damit basteln würden. Insbesondere die Wand mit den verschiedenfarbenen Kreiden begeistert sie. Unser Junge fragt vor dem Farbenregal den Fotografen nach dessen Lieblingsfarben. Zurückgefragt zeigt er auf ein dunkles Blau, Braun und Schwarz. „Meine Mutter gibt mir immer Farben zu essen“, erzählt er. Auf die verwunderte Reaktion des Fotografen fügt er hinzu: „Die sind aber nicht giftig!“ Ihm scheint die Aussage nicht weiter erklärungsbedürftig.

Resümee:

Obwohl unser Ausflug nur kurz war, führte er dazu, dass sich Kinder miteinander unterhalten, die sonst weniger im Austausch stehen. Unsere Mädchen mit türkischem und arabischem Familienhintergrund spüren zunehmend, dass die Sprache ihrer Eltern, die sie nur sehr gegrenzt kennen, ein Gewinn für das Gespräch der Gruppe ist.

Was alle Kinder unseres Salons teilen, ist die Begeisterung für Farben und anderen Materialien des bildnerischen Ausdrucks.

1. Salon: Wir sind ein starkes Team!

 Ziel des Salons:

  • Kennenlernen der (neuen) Namen, verbunden mit einer kleinen ersten Selbstdarstellung der Kinder über alliterarisch dem Namen zugeordnete Eigenschaften
  • Stärkung des Teamgeists über das Geschenk, bzw. die Materialspende eines Geschäfts für Künstlerbedarf
  • Wir entwickeln mit den Kindern eine Form des Danke-Schön-Sagens, indem wir eine Collage basteln.

Ablauf:

Unser Berliner Team haben wir um Viktor Krowas verstärkt. Auch zwei Kinder sind erst seit drei bzw. vier Wochen dabei. Um den Teamgeist der Gruppe zu stärken, starten mit dem Kreisspiel „Wir sind ein starkes Team!“. Jedes Kind ordnet seinem Namen ein Eigenschaftswort zu und begrüßt ein anderes Kind durch Ballwurf mit dessen erweiterten Namen. Wem keine Eigenschaft einfällt, wird von der Gruppe mit Vorschlägen unterstützt. Im Kreis sitzen nun: die himmlische Heima, die lustige Luna, die lachende Lulu, die intelligente Irmak, Tintenfisch-Tarik, die zarte Zoe und die durstige Dragana. Zwei Kinder fehlen.

'Danke Schön'-Collage

Die Materialspende, die wir von einem Geschäft für Künstlerbedarf bekommen haben, machen wir zum Thema. Wir: „Jemand ist begeistert von unseren Gedankenreisen und von den vielen Bildern, die ihr gemalt habt und hat dem Phil, Sophie und Co-Team ein Paket geschickt!“ Staunen, Neugierde, Freude! Wir sammeln Ideen, was im Paket sein könnte, dann schauen wir nach: ein „Marzipankleber“ für jedes Kind, Stifte und große Aquarellblöcke.

Unser Vorschlag, eine Danke-Schön-Collage zu basteln, wird begeistert aufgenommen.  Dann wird debattiert, was jedes Kind beisteuern möchte. Die Figuren Phil & Sophie werden ausgemalt und dazu geklebt. Auch Raffaels „Schule von Athen“ und „Der Salon der Madame Geoffrin“, die die Kinder bereits aus den vorangegangenen Salons vertraut sind, werden aufgeklebt.

Resümee:

Das Spiel „Wir sind ein starkes Team!“ hat den selbstreflexiven Blick der Kinder und ihre Aufmerksamkeit für die Besonderheit der anderen geschärft. Wir werden hier in den folgenden Salons anknüpfen, indem wir die Vorstellungsrunde um die verschiedenen Sprachen, die in den Familien der Kinder gesprochen werden (Thema: Transkulturalität), erweitern.