5. Salon: Was kann ich und was könnte ich können?

Jeder kann etwas. Das steht fest. Und jeder kann etwas nicht, auch das haben alle schon einmal erfahren. Oft ist es leichter, Dinge zu benennen, die wir nicht können, als etwas, worin wir uns ganz schön gut finden. Aber warum eigentlich? Weil es so vieles ist, was wir nicht beherrschen? Oder weil es uns einfach schwer fällt, etwas an uns selber richtig toll zu finden, obwohl es vielleicht andere gibt, die das noch toller können?

Auf die Frage, wer etwas richtig gut kann, gehen die Hände der Kinder erst nur sehr zögerlich in die Höhe: „Nichts tun“, sagt ein Junge, „Meine kleine Schwester ärgern“ ein anderer, aber auch „klettern“, „lesen“, „mir Sachen merken“ und „kochen“.

Wir schauen uns das Buch „Sehr berühmt“ von Philip Waechter an und überlegen, wofür es sich lohnen könnte, sich anzustrengen und auch mal Niederlagen in Kauf zu nehmen.

Kaum ein Kind hat exotische Wünsche an das eigene Können. Die meisten knüpfen an vorhandene Fähigkeiten und Interessen an und würden das, was sie bereits schon ganz gut können, gerne noch etwas besser können: „Ich würde einmal gerne richtig gut kochen können“ erzählt ein Mädchen, „ich glaube, das würde mir dann richtig viel Spaß machen und anderen auch, die könnten dann bei mir essen“. – Wann wird das sein? Was müssen wir tun, um eine Sache immer besser zu können? „Auf jeden Fall muss ich noch geduldig sein, denn ich bin ja noch nicht erwachsen und Kinder können meistens noch nicht so gut kochen“.

Ein Junge erzählt, dass seine Mutter schon zwei Kochbücher geschrieben hat. Alle sind sich einig, dass sie dann wohl sicher eine sehr gute Köchin ist und das lange Zeit geübt hat. Aber könnte jemand auch dann schon gut kochen, wenn es nur ihm selbst schmeckt? Reicht das aus? Oder müssen noch andere derselben Meinung sein? Und gilt das auch für andere Fähigkeiten?

Aus vorgefertigten Materialien dürfen sich diejenigen Kinder, die der Meinung sind, dass sie irgendetwas richtig gut können, einen Orden basteln. Alle sind dabei. Ich schlage vor, die Orden in das Arbeitsbuch zu kleben aber einige heften ihn sich lieber gleich mit Tape an die Brust. Verdient ist verdient.

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Anschließend tauschen wir uns noch ein wenig aus: „Ich wäre gerne besser in der Schule, dann würde mir alles auch mehr Spaß machen“, sagt ein Junge, „aber es macht mir halt nicht so viel Spaß jetzt und deshalb kann ich auch nicht besser werden“. Aber steht der Spaß wirklich am Anfang einer guten Leistung? Was müssen wir eintauschen für unser Können? „Auf jeden Fall Zeit“ sind sich alle einig, „Und Nerven!“, gibt ein Junge zu bedenken. „Manchmal auch Geld“, sagt ein Mädchen, „man muss ja ab und zu auch mal jemanden bezahlen, damit er einem was beibringt“. Und muss vielleicht das Schicksal bisweilen ein bisschen nachhelfen? „Man muss halt üben, aber man braucht immer auch ein bisschen Glück“. Und wo das Glück hinfällt, da findet man dann manchmal auch das eigene Können – und umgekehrt. Und wenn nicht, dann könnten wir ja einfach noch eine Weile weiter danach suchen.

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